Die Gallerie AMERIKA in Berlin zeigt Arbeiten von Viktoria Binschtok und Andreas Grahl. Die Ausstellung läuft vom 24.02. bis 31.03.2007.

3peopleonphone.gifViktoria Binschtok findet ihre Motive im öffentlichen Raum. Ihrer Intuition folgend sucht und findet sie Symmetrien kollektiver Verhaltensmuster im Alltag, deren Existenz sonst kaum bemerkenswert scheint. Erst durch die subjektive Aneinanderreihung einzelner Beobachtungen zu einer Serie werden Kontexte sichtbar, die scheinbar banalen Situationen plötzlich Bedeutung verleihen. In ihrem aktuellen Zyklus von S/W-Siebdrucken wird bereits im Titel - “three people on the phone” - der inhaltliche Kern offenbar. Wir beobachten Personen, die mal geschäftig mal gelangweilt, vereinzeilt oder in der Menge geborgen mit dem fernmündlichen Austausch oder dem Absetzen von Textbotschaften befasst sind - dies erscheint zunächst unspektakulär, doch allein ihre Haltung, Mimik und Gestik spiegeln das Kaleidoskop emotionaler Regungen wider. Offensichtlich scheint das Mobiltelefon mindestens ebenso sehr persönlicher Rettungsanker wie notwendiger Draht zur Außenwelt zu sein. Wie und wieso sich die jeweiligen Dreierkonstellationen formierten, bleibt allerdings zwischen Zufalls- und Verschwörungstheorie unbeantwortet.

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