bertelsmannlogo.jpgSchon Mitte letzten Jahres hatten Bertelsmann und Vodafone verkündet, dass sie kooperieren werden. Im Dezember hat dann die EU das Joint Venture der beiden Unternehmen genehmigt.

Heute ist im Manager Magazin zu lesen, was denn das gemeinsame Unternehmen Moconta machen wird. Moconta war bisher ein Bereich von arvato-mobile, der in dem Joint Venture aufgehen wird. Das Leistungsportfolio von Moconta wurde so beschrieben: “MOCONTA versteht sich als content- bzw. servicegetriebener Mobile Service Provider mit White-Label Ansatz im B2B-Geschäft. Moconta bündelt die für ein Mobilfunkgeschäft notwendigen Services zu einem Komplettangebot für geeignete Brands. Der bei einem deutschen Mobile Service Provider einmalige White-Label-Ansatz ermöglicht es, im Gegensatz zu klassischen Service Providern, auch an kleine Zielgruppen herantreten zu können, um fokussierte und segmentspezifische Produkte zu platzieren. Moconta ist ein Teil der arvato mobile.”

vodafone.gifIhr Geschäftsmodell basiert auf Mobiltelefonen, die auf eine bestimmte Zielgruppe zugeschnitten sind – etwa auf Kinder, Jugendliche oder Frauen. Allerdings vertreibt Moconta die Handys nicht selbst, sondern sucht sich jeweils einen Partner, der über eine bekannte Marke, interessante Inhalte und eine homogene Kundschaft verfügt.

So ein Partner könnte nach den Gedankenspielen der Moconta-Macher zum Beispiel die Frauenzeitschrift “Brigitte” sein. Auf modisch gestylten Handys würde dann der “Brigitte”-Schriftzug prangen. Die Nutzerinnen hätten über ihr Telefon direkten Zugang zu Brigitte-Schönheitstipps und -Kochrezepten, sie könnten sich Hörbücher herunterladen, die nach dem Geschmack der “Brigitte”-Leserinnen ausgewählt werden und in einem Shopfinder nach Adressen angesagter Boutiquen suchen.
Brigitte zeigt sich in diesem Jahr bereits sehr aktiv. Im Januar wurde der mobile Figur-Choach vorgestellt. Seit Februar kann frau mit Brigitte per MMS shoppen.

Ob sich tatsächlich ein größeres Publikum für solche Angebote interessiert, wird sich zeigen. Die Moconta-Geschäftsführer Martina Effmert (43) und Ralf Mackes (38) stehen jedenfalls bereits mit einem Partner in engen Verhandlungen: Der Bertelsmann-eigene Fernsehkanal Super RTL soll ab Juni ein Kinderhandy mit seinem Logo und seinen Inhalten anbieten.
Vodafone wird keine offensive Rolle spielen und lediglich sein Netz zur Verfügung stellen.

Obendrein eignet sich das Joint Venture als zusätzlicher Vertriebskanal für die Medientöchter des Konzerns. Die Zeitschriften und Zeitungen von Gruner + Jahr könnten ihre Texte und Bilder über die künftigen Handys ebenso vermarkten wie Random House seine Bücher oder Sony BMG seine Musik.
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