Die Beweisfotos können gleich vom Handy aus an das Stadtportal nyc.gov geschickt werden, um den Behörden das Leben zu erleichtern. Falls gerade niemand in flagranti bei seinem Diebstahl zu erwischen ist, dürfen die aufrechten Staatsbürger auch gerne Schäden an städtischen Einrichtungen, Schlaglöcher, leck geschlagene Hydranten oder sonstige Problemherde ablichten und übermitteln.
“Wenn Sie ein Verbrechen beobachten oder ein einsturzgefährdetes Gebäude, dann schicken Sie uns bitte das Foto”, ruft allen Ernstes New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg auf seiner jüngsten Stadtstatusrede auf.
Ich möchte mir gar nicht ausmalen, was in einem solchen Fall bei uns in Deutschland, mit seinen ordnungsliebenden Hilfssheriffs (jeder hat mindestens einen in der Nachbarschaft), passiert. Moderne Hexenjagd. Am Besten werden die Sünder noch im Internet mit Bild veröffentlicht. Der digitale Pranger. Und wer wirklich noch glaubt, dass Bilder irgendetwas wie “Wahrheit” abbilden, der lebt bestimmt recht komfortabel in seiner Welt. Ich sage es ja immer: “Wissen behindert.”
Aber ein anderer Punkt stört mich noch mehr. Wenn denn jetzt wirklich jemand so dämlich naiv ist und einen gewaltbereiten Verbrecher bei seinem Tun ablichtet, wie wird dem Hobby-Ermittler das wohl bekommen? Nur das Handy, sprich die Kamera wegnehmen reicht ja nicht. Wenn Shozu auf dem Handy installiert ist, wird das Foto sofort bei Flickr eingestellt. Tja, dann wohl doch Nötigung, Erpressung und rohe Gewalt. Also, ich würde da mein Handy brav in der Tasche lassen.
Weitere Artikel von Heike Scholz
- Kommentar- und Emailfunktion auf mobile zeitgeist - 3. December 2008
- Mobile Payment 09, Paris - 2. December 2008
- mobile zeitgeist Adventskalender Tür #2: Motorola V9 RAZR2 black von Qiro - 2. December 2008
- Countdown: Nokia plant etwas Großes - 1. December 2008
- Sponsorpost: Mobile Widgets erstellen mit STARmobi - 1. December 2008






















Noch kein Kommentar zu diesem Artikel
Schreibe einen Kommentar