Das Mobile Marketing Magazine hat darüber berichtet, dass im Noel Coward Theatre in London, die Zuschauer per Bluetooth ein kostenloser Video Clip der Puppenshow “Avenue Q”, die in dem Theater gespielt wurde, angeboten wurde. In den ersten sieben Tagen wurden 9.595 BT-fähige Geräte angesprochen und 703 Theatergänger akzeptierten das Angebot.

Im ersten Moment dachte ich, nette Idee, auch wenn ich mich gewundert habe, dass so viele Leute ihr Handy im Theater offensichtlich angeschaltet hatten. Wo das doch eigentlich ein No-Go ist. Egal. Ein kurzes Nachenken und ein Blick auf die Zahlen liessen mein Wohlwollen doch schnell schwinden.

Zunächst sind 703 von 9.595 nicht viel, ziemlich genau 7%. Gut, für eine solche Response Rate würden so einige Direktmarketers nahezu alles tun, aber das Handy ist keine Direktmarketing-Medium wie Brief oder Email. Das Handy ist weitaus persönlicher, intimer und emotionaler für den Nutzer.

Die Frage, die sich mir stellt ist, ob denn Bluetooth wirklich eine gute Sache im Mobile Marketing ist. Ich habe von vielen gehört, dass sie sich von Coca Colas Kampagne in der Kölner U-Bahn extrem belästigt gefühlt haben. Bei der Vorstellung des VW Eos wurde auch eine BT-Säule verwendet, die den Besuchern der Veranstaltung weitere Informationen angeboten hat. Auch hier waren die Reaktionen eher negativ.

Damit Bluecasting nicht zu Bluespamming wird, sollten die Verantwortlichen ausgesprochen vorsichtig vorgehen. Die Bereitschaft, unaufgeforderte Botschaften zu erhalten ist, wie das Theater-Beispiel zeigt, sehr gering. Der Einsatz von Bluetooth für das Mobile Marketing ist kritisch zu bewerten und wird sich meines Erachtens nach aufgrund der mangelnden Nutzerakzeptanz nicht durchsetzen. Eher wird die so berüchtigte “verbrannte Erde” hinterlassen, die es allen nachfolgenden Services noch schwerer machen wird, das Vertrauen der Nutzer zu gewinnen.

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