Für uns eher schwer vorstellbar, doch bei Japanern schwer angesagt ist das Lesen von Manga-Comics auf Mobiltelefonen, berichtet Newsweek. Bei Kosten von 30 bis 40 Cent pro Comic stieg der Umsatz im März auf 38,5 Millionen Dollar.
Erstaunlich ist, daß in erster Linie Frauen dieses Angebot nutzen. Der Spiegel schreibt hierzu: “Das Wachstum bei den Mangas zeigt”, so ist hier nachzulesen, “wie schwer man einschätzen kann, welchen Effekt neue Technologien auf alte Märkte haben werden.” Interessanterweise sind es wohl vor allem weibliche Kunden, die Gefallen an den mobilen Mangas finden. So sind beispielsweise inzwischen 60 Prozent der Kunden von NTT Solmare, einem der größten Content Provider Japans, Frauen.
Einerseits scheint dieses Phänomen darauf zurückzuführen zu sein, dass aufgrund entsprechender Nachfrage mehr Frauen-orientierte Titel in das Programm mit aufgenommen worden sind. Daneben ist der Boom insgesamt wohl aber auch damit zu erklären, dass der weitestgehend anonyme Konsum es den Usern auch ermöglicht, gewagte Titel zu lesen, ohne dabei in der Öffentlichkeit - wie beispielsweise beim Kauf in einem Mangashop - ertappt zu werden.
Ebenfall verwundert hat mich, daß die Nutzung meist abends um 23:00 Uhr stattfindet. Und dies dann meist zu Hause. Dies ist sicherlich zum Teil darauf zurück zu führen, daß Japaner/-innen zu Hause nicht über so viele PCs verfügen und daher ihre Mobiltelefone anders nutzen. Aber hätte ich gedacht, daß Comics eher in der U-Bahn auf dem Weg zur Arbeit gelesen werden, habe ich mich getäuscht.
Zur Entwicklung in Deutschland schreibt der Spiegel: Die Begeisterung für das mobile Lesen fördert auch den Abschluss von entsprechenden Flatrateverträgen. Bis dieses Beispiel auch bei uns Schule macht, dürften wir uns allerdings noch ein wenig gedulden müssen: Einerseits ist trotz aller Manga-Erfolge auch hierzulande die Lesetradition, wie sie in Japan mit der Kultur der Mangas einhergeht, immer noch einzigartig. Außerdem sind bei uns die entsprechenden Flatrate-Angebote der Netzbetreiber sicherlich nicht vergleichbar und demzufolge noch nicht so verlockend und standardisiert, sondern haben eher den Ruf der unüberschaubaren Kostenfalle.
Also, MNOs… Wenn ihr Datenumsätze generieren wollt, dann gebt Euren Kunden doch auch entsprechende Tarife. ;o)
Aber vielleicht erstellen wir unsere Comics doch einfach selber? Denn mit dem Comic Creator der Longtailstudios kann man auf seinem Handy eigene Comics erstellen und diese per MMS verschicken.
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