Ein sehr interessanter Artikel über die Entwicklung von mobilen Musikformaten habe ich heute bei Spiegel Online gelesen. Ich gebe den Artikel im O-Ton wieder:

Handyhersteller wie Nokia und Provider wie O2 haben angekündigt, verstärkt ins Geschäft mit mobilen Musik-Downloads einzusteigen. Um das Geschäft anzukurbeln, werden Stars verpflichtet, Musik-TV-Formate adaptiert und Nischen mobil gemacht.

In den vergangenen Jahren diente die Verbindung von Musik und Handy vor allem dazu, den Markencharakteren über “szenige” Veranstaltungen einen jugendlichen Appeal zu verleihen. Bei Sponsoring-Aktionen rund um Konzerte und Tourneen geht regelmäßig ein wahrer Regen aus Mobilfunklogos auf uns nieder, dazu kommen immer mehr Events, die den Namen der Sponsoren direkt im Titel tragen.

Der “O2 Music-Flash” dürfte eins der bekannteren Beispiele sein: Internationale Künstler treten in verschiedenen bundesdeutschen Großstädten auf, der Eintritt ist frei, und die Werbung findet ausschließlich via SMS statt.

Durch die langsam steigende Verbreitung von UMTS-Telefonen und -Verträgen, tritt das Projekt der verjüngenden Verbindung von Musik und Handy nun in eine zweite Phase. Sony Ericsson hat es mit seinen Walkman Handys ja schon geschafft, Musik auf dem Telefon populär zu machen, die hauseigene Musik-Download Plattform “PlayNow” ist allerdings erst mit den gerade erscheinenden Modellen zu erreichen.

Damit aber nicht einfach nur ein weiteres Downloadportal entsteht, gönnt sich Sony Ericsson gleich noch eine weitere Plattform, auf der ausschließlich neue, “innovative” Bands vorgestellt werden sollen, wobei die Synergien mit Sony/ATV-Music-Publishing genutzt werden - nur Einkaufen gilt eben als langweilig, auch wenn man es überall tun kann. Aus dem schnöden Musik-Kauf soll stattdessen ein Event werden, und das Handy zum Trendscout in einer Welt immer rasanterer Trends.

“M-Buzz” nennt O2 die entsprechende Kombination von Web- und mobiler Site, mit der neue Bands auf ihrem Weg nach oben mit Home-Movies, Interviews und anderen aus entsprechenden TV-Serien bekannten Formaten begleitet werden sollen.

Einen anderen Weg, neue Musik für die Meinungsführer unter den UMTS-Nutzern produktiv zu machen, hat Nokia gefunden. Die Firma, die ihre Handys wie das neuste Flaggschiff N95 inzwischen “Multimedia-Computer” nennt und vor kurzem einen der größten unabhängigen Downloadanbieter, Loudeye, gekauft hat, wagt den Weg über die Trend-bildenden Plattenläden und den Mikrokosmos der Glaubwürdigkeit feinster stilbildender Unterscheidungen im Genregewusel der Großstädte.

Unter der Schirmherrschaft von David Bowie hat Nokia dazu eine Site entwickelt, die im Oktober online gehen soll: Auf musicrecommenders.com werden bekannte Spezial-Plattenläden aus allen Teilen der Erde in den verschiedensten Subgenres Empfehlungen geben und natürlich die passenden Downloads dafür anbieten. Regelmäßigen Überblick sollen monatliche Podcasts von David Bowie liefern, und einen Kurzfilm von Wim Wenders mit Bowie zum Thema Plattenläden wird es auch geben.

Quelle: Spiegel Online

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